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SARASANI Nr. 46: Pfadinews

1. Oktober 2020


Die Pfadinews gibt es jetzt auch online, mit mehr Bildern, mehr Videos, mehr Eindrücken. Pfadis aus der ganzen Schweiz präsentieren spezielle Aktivitäten, ausgefallene Lager oder gemeinnützige Aktionen, die sie gemeinsam durchgeführt haben.

In dieser Ausgabe:

Digitales Auffahrtslager der Buebepfadi Säuliamt

Homescouting bei den Scouts de Nyon

Wenn Piraten am Bielersee nach Gold graben: SoLa der Pfadi URO

Sommerlager der Pfadi Dunant im Dschungelcamp

SoLa der Pfadi St.Georg Safenwil und Pfadi Schöftle in Arosa

Einkaufen für andere

Wie die Pfadi Region Winterthur in den Bündner Bergen ein Riesenrad baute

Sicher unterwegs in und am Wasser


Digitales Auffahrtslager der Buebepfadi Säuliamt

Von Felix Gasser / Luchs

Das Leitungsteam der Buebepfadi Säuliamt hat aufgrund der Corona-Pandemie eine digitale Alternative zum Auffahrtslager (Ufla) erschaffen: Das digitale Ufla. Es handelt sich hierbei um ein interaktives Video. Man kann einen Tag in einem Pfadilager erleben und selber Entscheidungen treffen und mitmachen. Schliesslich sind über 80 Videos und mehr als eine Stunde Videomaterial zusammengekommen. Es hat sicherlich für jede*n etwas Passendes dabei!

Tipp: Damit am Ende des Videos die nächsten Filmsequenzen eingeblendet werden, muss man entweder mit der Youtube App oder mit einem beliebigen Browser auf einem Computer den Link öffnen.

Homescouting bei den Scouts de Nyon

Von Fiona Schaad

Wir, die Pfadis aus Nyon im Kanton Waadt, konnten uns nicht vorstellen, unsere Aktivitäten während der Corona-Pandemie zu unterbrechen! Deshalb haben wir schnell ein paar Homescouting-Aktivitäten auf die Beine gestellt. Wir haben zu diesem Zweck eine Instagram-Seite mit dem Namen @3jacasa eingerichtet, auf der jeden Tag neue Inhalte gepostet wurden: Tutorials für Rezepte oder Bastelarbeiten, lustige Videos, Quizspiele, Memes oder die Ergebnisse der wöchentlichen Gewinnspiele. Zudem erhielten alle Pfadis und Wölfli ein Homescouting-Heft, mit dem 20 Missionen erfüllt werden mussten. Zum Beispiel: Zu Hause campen, einen Knoten binden, an einem Online-Spiel teilnehmen und vieles mehr. Als Belohnung winkte das Spezial-Abzeichen «Homescouting 2020».

Die Leiter*innen organisierten auch mindestens dreimal pro Woche Online-Spiele. Dabei konnten wir entdecken, dass die Pfadi sogar aus der Ferne funktioniert und dass ihr Geist auch in schwierigen Zeiten nicht erlischt. Aber wir haben auch festgestellt, dass eine Begegnung per Videokonferenz nicht mit der gemeinsam verbrachten Zeit vor Ort mithalten kann. Deshalb freuten wir uns alle schon sehr darauf, uns beim Sommerlager persönlich wiederzusehen!


Wenn Piraten am Bielersee nach Gold graben: SoLa der Pfadi URO

Von Christian Murer / Kodak

Am Samstag, 11. Juli, zogen 43 Urdorfer Kinder und Jugendliche der Abteilung URO mit 14 Leiter*innen aus, um auf dem idyllisch gelegenen Zeltplatz in Lüscherz vis-à-vis der St. Petersinsel nach dem kostbaren Goldschatz zu graben. Auf diesem traumhaft gelegenen Stück Erde baute die Limmattaler Goldgräberschar eine eindrückliche Zeltstadt auf. Wie immer imposant und einladend kamen das Esszelt sowie die Küche daher. Hier also bereitete das Küchenteam mit Stefan Schaffner / Triak, Susanne Steiner und Patrick Müller / Spatz in der ersten Lagerwoche Menüs mit mindestens sechzehn Sternen am Gourmethimmel zu. In der zweiten Woche verwöhnten Ramona Kropf / Nyaka und Pascal Zehnder / Puma die Lagergemeinschaft mit köstlichen Mahlzeiten.

Für die Pfadiprüfung lernen

Nach dem montäglichen Morgenessen schulten sich die Jugendlichen für die Jungpfader-Prüfung. Eine Gruppe übte sich in Seilkunde. Eine andere bildete sich in Blachenkunde weiter oder vertiefte sich ins Kartenlesen. Sie lernten schätzen und messen oder memorierten ihre Samariterkenntnisse. Gefragt waren ebenso Geschichtliches aus der Pfadibewegung. Wer hier erfolgreich abschloss, bekam das Jungpfader-Abzeichen, das man dann ans Pfadihemd nähen darf. Spielerisch vertrieb die Wölflischar den sonnigen Sommertag. Da lockte natürlich der nahe Bielersee mit Böötlen und Schwimmen. Die Buben und Mädchen fanden all diese Aktionen «total cool». Zufrieden mit dem ersten Camp-Tag war auch Lagerleiter Nicolas Scheurer / Parapic: «Die Wöfli und Pfadis haben gut bis sehr mitgemacht.»

Pfadilager mit Schutzkonzept

Natürlich spielte die aussergewöhnliche Situation mit der Corona-Pandemie bei der Planung eine sehr spezielle Rolle. «Da wir heuer das 50-Jahr-Jubiläum der Pfadi URO feiern, haben wir das SoLa der Pfadis und das Herbstlager der Wölfli zusammengelegt», sagte Nicolas Scheurer / Parapic. Leider hätten sie jedoch die Jubiläumsfeier aufs kommende Jahr verschieben müssen. Die speziellen Herausforderungen seien nun für die Lagergemeinschaft die Hygiene-Massnahmen mit Händewaschen, Desinfizieren und den vorgeschriebenen Abstandsregeln gewesen. «Deshalb konnten wir vom Distrikt einen 30-Liter Kanister mit Desinfektionsmittel und mehrere Zelte auftreiben», so der 24-jährige Chemiker, «ein Pfadilager lebt auch in Corona-Zeiten von Ritualen, Traditionen, Ämtli, Lagerfeuer, Geländespielen und Ateliers verschiedenster Art. Und es hat auch ein Motto. In diesem besonderen Sommerlager geht es um Piraten und Goldgräber.»


Sommerlager der Pfadi Dunant im Dschungelcamp

Von Anna-Kathrin (Kate) Maier / Kepaia

Am Bahnhof Winterthur stehen frühmorgens ganz viele Leute mit orange-schwarzen Foulards und stattlichen Rucksäcken. Der Freitag, 7. August, ist geprägt von vorfreudigem Augenreiben und maximal zufriedenen Wölfen. Schliesslich heisst unsere Destination «Dschungelcamp», und wer weiss, wie viele Affen da durch den Wald rasen?

Plötzlich ragt eine fremdartige Palme mit Regenpelerine empor. Natürlich – ein Sarasani! Weiter oben weht die Dunant-Flagge in einer dicken Schicht Tropendunst. Die Moderatoren Tom P. und Wendy Wunderfitz begrüssen die ankommende Schar.

Explizit auf Leiter*innenbedürfnisse ausgerichtete Hängematten bringen Farbkontraste ins Dschungelgrün und eins, zwei, drei – da reihen sich bereits die Spatzen ein. Für die Kinder beginnt das Erkunden des Lagerplatzes. Da die Efeu-Lianen nur dürftig stabil sind, bauen wir eine Wippe, die nie mehr in ihre Balance zurückfinden soll.

Die Moderatoren erklären das Zorro-Spiel. Die zwei verdeckten Zorros schnappen sich je einen Helfer und erhalten acht Aufgaben, die sie im Geheimen bis zum Lagerende erfüllen müssen. Irgendwann wird ein Ei aus dem Nichts fliegen und Wanderschuh-Girlanden werden den Sarasani schmücken.

Drei Teams kämpfen um den Dschungelthron und um die Ehre. Das Wettkochen bringt Knoblibrote und Rahm-Tomaten-Sauce hervor, Blachenvolley-Turniere laufen parallel zu Foulard-Ruech und Fussball-Matches. Aber das Camp wird immer öfter Zielscheibe von Manipulationen – sogar nachts! Kinder verschwinden spurlos und wir erklettern die Burgruine Wulp, um sie dort zu befreien.

Seebadespass, Platscher und Saltos, Spez-Prüfungen und dann werden wir alle still und der Wind wird immer lauter. Wir gehen in Einerreihe zum Feuer und legen dort das Wölfliversprechen ab. Dann setzt der Regen ein und die Moderatoren und ihr Team liefern die Schoggibananen direkt ins Zelt!


SoLa der Pfadi St. Georg Safenwil und Pfadi Schöftle in Arosa

Von Isabelle Doswald / Amira

Zum Abteilungs-Sommerlager «100 Jahre Pfadi Schöftle» versammelten sich zu früher Stunde passenderweise exakt 100 Pfadis. Eingeladen war auch die Pfadi St. Georg Safenwil. Diese rekordverdächtige Teilnehmerzahl stellte das Leitungsteam kurzfristig vor einige Herausforderungen, war man sich doch familiäre Lager im kleineren Rahmen gewohnt. Da die Wolfsmeuten der beiden Abteilungen erfreulicherweise stark gewachsen waren, gab es nun für einmal ein Grosslager mit 44 Wölfen.

Unter dem Motto «Asterix, Malix und Bolix bei den Helvetiern» verbrachten wir eine tolle Woche im Pfadiheim respektive zwei super Wochen auf dem Lagerplatz. Dabei wurde mit Hilfe der Unterländergallier ein korrupter Centurio entlarvt, es wurden Hühner befreit und Malix als rechtmässiger Häuptling des berggallischen Dorfes vereidigt. Wenn die Römer gerade mal Ruhe gaben, konnten sich die Gallier aus dem Unterland beim Baden und Pedalofahren vergnügen. Auf dem Weisshorn wurde auch der eine oder andere Bär gesichtet.

Wie erwartet, verging die Zeit wie im Flug und alsbald war es Zeit, das gallische Dorf zu verlassen. Mit schönen Erinnerungen und mit vielen Süssigkeiten aus den etwa 33 Frässpäckli im Gepäck zogen wir talwärts. Bereits jetzt ist die Vorfreude auf die «100 Jahre Pfadi Schöftle Feier» im nächsten Sommer riesig!


Einkaufen für andere

Von Dante O'Neil

Angefangen hat alles im März, als die Pandemie auf die Schweiz übergriff. Auf Instagram sah ich, dass eine Pfadiabteilung aus dem Tessin gefährdeten Personen aus ihrer Gegend die Einkäufe nach Hause lieferte. Ich fand die Idee genial und rief umgehend die Leiterin der Abteilung an, welche diese Aktion ins Leben gerufen hatte. Ich wollte erfahren, wie dieses System eingerichtet worden war. Gleich am nächsten Tag haben wir den Lieferdienst der Pfadis von Nyon organisiert, der am selben Abend in den RTS-Nachrichten um 19.30 Uhr vorgestellt wurde. Zwei Monate später hatten wir 447 Einkäufe an 102 verschiedene Haushalte ausgeliefert. Unsere 47 Freiwilligen hatten über 1680 Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet. Beim Einkaufen hatten wir rund 34'000 Franken ausgegeben. Keine*r von unserer Abteilung hatte vorausgesehen, dass diese gute Tat solch grosse Ausmasse annehmen würde!

Für alle Pfadis aus Nyon war die Aktion eine sehr interessante Erfahrung, die uns wieder daran erinnert hat, warum wir eigentlich Pfadis geworden sind. Ich persönlich habe unsere wichtigsten Werte neu entdeckt und erhielt die Bestätigung, dass die Pfadi weitaus mehr ist als bloss ein Freizeitverein. Ausserdem konnte ich bei meinem regen Austausch mit den Leiter*innen anderer Schweizer Abteilungen an vorderster Front die solidarische Einstellung unserer Pfadis in dieser schwierigen Zeit miterleben. Meines Erachtens hat sich bei dieser Pandemie gezeigt, dass die Pfadibewegung Schweiz eine echte Wertegemeinschaft ist, die mit anpackt, wenn die Gesellschaft sie braucht. Während ich diese Zeilen schreibe, geht mir unsere Devise «allzeit bereit» nicht mehr aus dem Kopf.


Wie die Pfadi Region Winterthur in den Bündner Bergen ein Riesenrad baute

Von Katja Bächli / Orenda

Was geschieht, wenn sich drei Rover zusammentun und die Idee haben, als Hauptverantwortliche erneut ein Sommerlager für die Roverstufe auf die Beine zu stellen? Die Rover*innen der Pfadi Region Winterthur werden zu einem Haufen Pfadis, aus welchem die Ideen für tolle Programmpunkte und gigantische Bauten nur so sprudeln.

An einem Starthöck wurden Ideen gesammelt, Pläne geschmiedet und weitere Höckdaten abgemacht. Wie wäre es mit einem lebensechten Mariokart-Spiel, täglichem Morgenyoga oder einem Pubquiz? Es entstand ein Programm, welches nur aus Highlights und Lieblingsaktivitäten bestand. Alle trugen ihren Teil dazu bei, sodass die Woche in den Bündner Bergen unvergesslich wurde.

Zudem war es möglich, das erste Wochenende als Modul Pioniertechnik durchzuführen und in diesem Rahmen die sorgfältig geplanten Bauten aus dem Boden zu stampfen. Wobei das beim grössten Projekt, dem Riesenrad, nicht ganz zutraf. Daran wurde bis Mitte Woche gearbeitet, bis es das erste Mal befahrbar war. Es war das Highlight des Lagers und des ganzen Tals, scheinbar alle haben darüber gesprochen und viele kamen die eindrückliche Konstruktion auf dem Lagerplatz zu bestaunen. Daneben verblasste die Hängemattenlounge, das Viadukt mit Abschluss in einem Pool oder die Sauna fast, aber natürlich nicht ganz.

Für eine Wanderung, ein Bachtrekking oder eine Talabfahrt mit gemieteten Trottinetts haben wir den tollen Lagerplatz gerne für kurze Zeit verlassen, um dann aber zufrieden wieder zurückkehren zu können.


Sicher unterwegs in und am Wasser

Von Emmanuel Fivat

«Sicherheitsmodul Wasser» – was bedeutet das eigentlich? Die Ausbildung ist sehr umfassend und deckt vom Schwimmen in einem Fluss über das Erlernen von Rettungstechniken im Fluss bis hin zur Navigation fast alles ab. Dass wir das Wasser der Aare, der Simme und der Saane so gut zu beherrschen lernten, verdanken wir zum Teil der AMAqua, einer Pfadivereingung aus dem Waadtland, die den Westschweizer Pfadis den Gebrauch verschiedener Wassersportausrüstungen nahebringen will. Auch ich durfte diese Ausbildung absolvieren und kann euch die Teilnahme wirklich empfehlen.

Abschliessend einige Eindrücke von Alec Pittet von der Pfadiabteilung Nyon: «Anfang Juli fand zum dritten Mal der Kurs für das ‹Sicherheitsmodul Wasser› statt! Veranstaltungsort war Thun und der Kurs dauerte vier Tage. Etwa zwanzig Pfadis aus der gesamten Westschweiz nahmen daran teil. Für mich war es das erste echte Pfaditreffen seit mehreren Monaten. Das verlängerte Wochenende bot viel spannende Action, Gelächter, Gespräche, 3x3 und wunderbares Essen! Wir lernten in diesem Kurs, eine Abteilung sicher am und im Wasser zu führen und Aktivitäten wie Rafting, Kanufahren und River Trekking zu organisieren. Mir wurden dabei viele interessante Tipps und Hilfsmittel für die Ausrichtung unvergesslicher neuer Aktivitäten für Jugendliche vermittelt.»