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Beziehung zum Spirituellen

Unser Pfadigesetz unterstützt uns dabei, unserem Leben Sinn und Richtung zu geben. In der Pfadi setzen wir uns mit unserem eigenen Glauben auseinander und respektieren die vielfältigen Formen der Spiritualität aller Menschen. Die Beziehung zum Spirituellen fördern wir in der Pfadi auf vielfältige Art und Weise. Wichtig dabei ist, dass man Kinder und Jugendliche in ihrer Lebenswelt abholt.

Das Anispi-Sackmesser (Ideen für Anispis)

Die Erfahrung zeigt: Es braucht Werkzeuge für die Spiritualität in der Pfadi. Und weil die individuellen Zugänge zu Spiritualität sehr vielfältig sind, weil die Deutung sehr persönlich ist, braucht es sehr unterschiedliche Werkzeuge. Ein Multifunktionstool wäre praktisch! Darum hat der VKP gemeinsam mit der PBS wir ein Anispi-Sackmesser mit vielfältigen Animationsideen und einer Gebrauchsanleitung mit weiterführenden Informationen zum Thema Spiritualität in der Pfadi entwickelt. Entdecke untenstehend die einzelnen Werkzeuge! Die Gebrauchsanleitung findest du in inseren Downloads oder du bestellst sie im VKP Shop.

Öffne dich für Neues!

Blick durchs Fenster: Das Fenster zeigt immer einen Ausschnitt der Realität und Umgebung. Was siehst du? Und was siehst du, wenn du die Perspektive wechselst? Sehen die anderen das gleiche wie du?

Passendes Anispi

Trennen? Teilen!

Geteiltes Wissen: Welchen Vorteil hat es, wenn man Wissen teilt? Hilft es beim Arbeiten? Oder verhält es sich gleich wie bei der Redewendung geteiltes Leid ist halbes Leid? Oder wie bei der Redewendung geteiltes Glück ist doppeltes Glück? Wenn ich ein gutes Geheimnis teile, geht es mir dann besser? Wie kann ich mit Wissen Menschen glücklich machen?

Passendes Anispi

Das hat einen Haken!

Im Märchen “Hans im Glück” tauscht Hans sein Hab und Gut ein, jeweils zu einem schlechten Preis. Ist Hans im Glück ein naiver Trottel oder der glücklichste Mensch der Welt? Nie bei seinen Tauschaktionen hat er nach einem Haken gefragt und immer hatte es einen. Und doch kehrt er vollkommen glücklich nach Hause zurück.

Passendes Anispi

Schneide alte Zöpfe ab!

Schiffe fahren lassen: Manchmal muss man loslassen, um Platz, Zeit oder Energie für Neues zu bekommen. Was möchtest du ändern - und kannst es auch?

Passendes Anispi

Schärfe deine Sinne!

Mit allen Sinnen: Mit geschärften Sinnen nimmst du die Menschen und deine Umwelt besser wahr. Wenn du mal mit einem Sinn die Orientierung verloren hast, kann ein anderer Sinn dir vielleicht helfen.

Passendes Anispi

Schraube locker?

Wer fängt mich auf, wer gibt mir Halt: Die festgeschraubte Schraube hat keinen Spielraum, die lose Schraube wackelt und geht verloren. So geht es auch uns Menschen. Wann brauchst du festen Halt, wann wünschst du dir mehr Freiheit?

Passendes Anispi

Beachte auch das Kleine!

Detektivarbeit: Kleine Details fügen sich zusammen und erzählen zusammen eine Geschichte. Oder gängige Geschichten, Erklärungen und Betrachtungsweisen werden infrage gestellt, wenn Details beachtet werden.

Passendes Anispi

Lass die Korken knallen!

Wenn am Lagerfeuer gesungen wird, weiss ich, was da gesungen wird? Stehe ich hinter den Texten? Kenne ich Lieder, die ich ganz toll finde, aber deren Texte nicht zeitgemäss sind? Oder die Texte haben, die aktuell sind, aber der Inhalt schwer mit meinen Grundwerten und dem Pfadigesetz vereinbar sind? Wie kann ich damit umgehen?

Passendes Anispi

Sägst du an deinem Ast?

Balanceakt: Es ist schwierig (geworden), zwischen wahren und unwahren Behauptungen zu unterscheiden. Viele Wahrheiten wurden erst viel später allgemein anerkannt, einige Unwahrheiten halten sich noch immer, obwohl sie eigentlich widerlegt sind. Ganz neu ist der Umstand nicht, schon Galileo Galilei ergings nicht besser.

Passendes Anispi

Feile an deiner Idee

Der letzte Schliff: Es ist ein weiter Weg von der Idee zu deren Umsetzung. Nicht immer kommt es raus, wie gedacht. Auch wenn das Resultat anders ist, hat es immer eine positive Seite!

Passendes Anispi

Wer fühlt dir auf den Zahn?

Im Nebel stochern: Nebel kommt ganz plötzlich, und dann siehst du fast nichts mehr. Automatisch verringerst du die Geschwindigkeit, die Umgebung verliert die Kontur und es ist, als würdest du in eine andere, verschleierte Welt eintreten.

Passendes Anispi

Zieh den Stachel raus!

Wohlfühlabstand: Welcher Stachel stört dich? Wie schaffst du es, dich mit dem Stachel zu arrangieren?

Passendes Anispi

Weitere Aktivitäten zur Förderung der Beziehung zum Spirituellen

Neben den Anispi selbst gibt es viele weitere Möglichkeiten, wie die Spiritualität in der Pfadi gefördert werden kann. Unzählige Ideen oder fixfertige Blöcke existieren bereits. Viel Spass beim Stöbern!

Gesetz und Versprechen

Das Pfadigesetz ist die einzigartige Verbindung aller Pfadi auf der ganzen Welt. Das Pfadiversprechen und das Pfadigesetz sind in allen Ländern und Regionen fast gleich und dienen als Leitfaden für das Handeln – nicht nur in der Pfadi am Samstagnachmittag und im Lager, sondern im Leben. Sich mit den im Pfadigesetz und im Pfadiversprechen verankerten Grundwerten auseinanderzusetzen gehört zur Pfadi. Die Auseinandersetzung kann auch mithilfe eines Anispis geschehen.

Lagerfeuergeschichten für Gesetz und Versprechen

Lagerfeuer

Am Lagerfeuer können viele Aktivitäten durchgeführt werden. Neben Singen kann auch gescherzt, Theater gespielt, gelacht, diskutiert, gespielt, geklatscht und getanzt werden. Das Lagerfeuer ist auch ein geeigneter Rahmen für ein Anispi. So lässt sich ein Sing-Song abwechslungsreich gestalten. Am Lagerfeuer kommt man gerne ins Gespräch, manchmal diskutieren Pfadis bis weit in den frühen Morgen hinein über Gott und die Welt. Oder es werden still die züngelnden Flammen beobachtet. Momente am Lagerfeuer gehören zu den prägendsten Erfahrungen in der Pfadi und können durchaus eine spirituelle Dimension haben.

Lagerfeuergeschichten für Gesetz und Versprechen

(Lager)gottesdienst

Lagersegen-Gottesdienst, Lagergottesdienst, Weihnachten etc. können im Rahmen eines Gottesdienstes gefeiert werden. Ein Gottesdienst entspricht aber im eigentlichen Sinn nicht der Pfadimethodik: Form und Ablauf werden sehr stark von einer anderen Organisation vorgegeben. Der Spielraum, den die Pfadi in den Gottesdiensten haben, ist klein und das Mitmachen auf wenige Teile beschränkt. Es steht aber ausser Frage, dass auch ein Gottesdienst in den Alltag einer Pfadiabteilung gehören kann und darf. Dabei sind verschiedene Fragestellungen zu beachten, welche den Rahmen dieser Broschüre sprengen. Wir verweisen dazu auf die entsprechenden bestehenden Unterlagen. Bei einem Lagergottesdienst bestehen freiere Gestaltungsmöglichkeiten. Eine Anispi-Aktivität kann gewinnbringend Teil des Lagergottesdienstes sein.

Pfaditaufe

Der Pfadiname ist ein wichtiger Bestandteil der Pfadiidentität in der Schweiz. Die Wahl des Namens muss bewusst erfolgen und soll passend sein, schliesslich trägt ein Pfadi den Pfadinamen das Leben lang! Mit der Taufe verbunden sind verschiedene Rituale und Traditionen, die je nach Abteilung sehr unterschiedlich sind. Die Taufe muss insgesamt ein positives Erlebnis sein, denn sie bleibt ein Leben lang in Erinnerung.

Rituale und Traditionen

Rituale und Traditionen ist eine der 7 Methoden, die den Aktivitäten in der Pfadi zugrunde liegen. Das Leben in der Gruppe und der Fort- schritt jedes Einzelnen in der Pfadi sind gekennzeichnet durch Rituale, die wichtig sind für die Gruppenidentität und wichtige Entwicklungs- schritte der Kinder und Jugendlichen bewusst und sichtbar machen. Die verschiedenen Rituale unterstreichen die Wichtigkeit und den Sinn der gemeinsamen Aktivitäten und weitergehende Traditionen stärken den Gruppengeist. Wichtig ist, dass die Rituale und Traditionen für alle verständlich sind und darum auch immer wieder in Frage gestellt werden. Ein Anispi bietet sich an, sich kritisch mit Ritualen und Traditionen auseinanderzusetzen. Rituale und Traditionen sind also ein wichtiger Bestandteil der Pfadi. Traditionen sind für die Identität wichtige Orientierungspunkte, sie dienen der Selbstvergewisserung und der Abgrenzung gegenüber anderen und anderem. Traditionen sind positiv, sie können aber auch ins Negative umschlagen. 

Traditionen …

… sollen zeitgerecht und bedürfnisgerecht sein

… sind eine Stütze, bilden einen Rahmen

… dürfen nicht ausgrenzen

… sollen ihre eigentliche Aufgabe erfüllen

… müssen immer mal wieder überdacht werden

Kleine Rituale im Verlaufe des Tages

In der Pfadi gibt es viele kleine Traditionen, welche ganz alltäglich gelebt werden: das Tragen des Foulards / der Pfadikrawatte, einander grüssen, das Mittagessen mit einem Spruch oder Tischspiel beginnen, bevor man zugreifen darf etc. Wenn Traditionen nicht mehr bewusst gelebt werden, lohnt es sich, sich diese wieder mal bewusst zu vergegenwärtigen, damit sie vielleicht ein wenig mehr Beachtung finden.

Roverwache

Eine Roverwache kann sehr unterschiedlich durchgeführt werden. Mal steht das eigene Nachdenken im Vordergrund, dann das Diskutieren in der Gruppe und dann wiederum das gemeinsame Erleben. Beliebt sind Roverwachen zu den Themen Gesetz und Versprechen oder Rituale und Traditionen. Eine Roverwache dient aber ebenso gut zur persönlichen Standortbestimmung. Da sehr unterschiedliche Formen gelebt werden, kann auch ein Anispi Teil einer Roverwache sein, beispielsweise als passender Einstieg ins Thema oder um einen unkonventionellen Zugang herzustellen.

Landkarte Roverwache

Übertritt

Der Übertritt von einer Stufe in eine andere, beispielsweise von der Wolfsstufe in die Pfadistufe, markiert einen wichtigen Meilenstein im Leben eines Pfadi. Im Stufenmodell der Pfadi sind unterschiedlich alte Kinder und Jugendliche gemeinsam in derselben Stufe. Beim Übertritt kommen die Kinder und Jugendlichen in eine neue Gruppe und müssen sich ihren Platz neu suchen. Der Übertritt soll bewusst geschehen, die Kinder und Jugendlichen müssen sich von ihrer bisherigen Gruppe verabschieden können und in der neuen herzlich willkommen geheissen werden. Dabei helfen kleine Abschieds- und Willkommensgeschenke und kleine Rituale – wie die Einweihung in Gruppengeheimnisse (geheimer Trank, geheimer Platz, Urkunden).

Stiller Moment

In der Pfadi ist der Begriff «stiller Moment» ziemlich verbreitet. Ein stiller Moment eine Möglichkeit, die Beziehung zum Spirituellen zu fördern, aber kein Anispi. Das Ziel des stillen Moments ist, zur Ruhe zu kommen, still zu werden, vielleicht zu staunen. Also eine Auszeit im Tag, einen Moment der Ruhe, in dem aufgrund eines Inputs jeder seine eigenen Gedanken sammelt. Im Lager kann auch eine Oase eingerichtet werden: Ein Rückzugsort, der angenehm gestaltet ist, und dazu dient, zur Ruhe zu kommen. Dort kann gelesen oder gemalt werden, es kann Tee oder Sirup bereitgestellt werden, es soll aber insgesamt sehr ruhig zu und her gehen.

Tageseinstieg und -abschluss

Im Lager oder in den Weekends werden die Tage oft mit einem Einstieg begonnen und auch speziell abgeschlossen. Morgeneinstiege und Abendabschlüsse bieten gute Möglichkeiten für spirituelle Impulse und Rituale, da das Aufwachen am Morgen und das Zubettgehen am Abend einen natürlichen und passenden Rahmen für den Einbau solcher «Auszeiten» bilden. Dieser Rahmen kann mit konkreten Anregungen gefüllt werden. Je nach Typ Mensch bieten Rituale, Einstimmungen, Augenblicke des Nachdenkens oder bewegte Aktionen die Möglichkeit, den Tag besinnlich zu beginnen oder zu beenden. Einige Kinder und Jugendliche sind, wie auch die Erwachsenen, nachtaktiv. Den «Nachtaktiven» kann ein Tagesabschluss helfen, herunterzufahren und ruhiger zu werden. Morgenmenschen können schon beim Aufklappen der Augenlieder Bäume ausreissen (solls geben ...). Dann lädt der Tageseinstieg ein, nicht gleich mit Vollgas in den Tag zu schiessen, sondern den Tag bewusst zu beginnen.

Waldweihnacht / Advent

Das Feiern der Waldweihnacht ist in vielen Pfadiabteilungen ein beliebter Abschluss des Pfadijahres. Die Gestaltung hängt von verschiedenen Faktoren wie Traditionen der Pfadiabteilung, Zusammensetzung der Teilnehmer*innen (nur die Kinder und Jugendlichen, zusammen mit den Eltern und den ehemaligen Pfadi, zusammen mit der gesamten Bevölkerung) oder der Gesamtanzahl ab. Anispis eignen sich für die Gestaltung einzelner Teile. Auch bei der Waldweihnachtsfeier ist die aktive Beteiligung aller anzustreben.

Planung, Durchführung und Auswertung von Anispi-Aktivitäten

Im Mittelpunkt jedes Anispi stehen die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die daran teilnehmen. Das Programm soll auf ihre Bedürfnisse und Wünsche ausgerichtet sein.

Wenn du eine Anispi-Aktivität organisierst, machst du (wie bei jeder anderen Aktivität auch) die drei Schritte "Planung, Durchführung und Auswertung".

Die drei Schritte bilden zusammen einen Kreislauf und führen ineinander über. Dabei werden sie von äusseren Faktoren wie der Situation, den Beteiligten, den Zeitreserven, dem Wetter uvm. beeinflusst. Je nach Programm und Aktivität sind auch Überschneidungen der drei Schritte möglich.

Planen

Während der Planung machen sich die Leiter*innen einen «genauen Plan» darüber, was wie, wann und wo stattfinden soll. Wichtig ist, dass die Erfahrungen und Auswertungen von früheren Aktivitäten in die Planung einfliessen.

Durchführen

Die Durchführung ist eng mit der Planung verknüpft. Was bisher nur auf Papier und in den Köpfen des Leitungsteams existierte, wird nun zusammen mit den Teilnehmenden erlebt.

Auswerten

In der Diskussion im Leitungsteam oder mit den Teilnehmenden kommen die gelungenen Teile, aber auch die Fehler in der Planung und Durchführung zum Vorschein. Es wird überprüft, ob die gesteckten Ziele erreicht wurden. Durch die Auswertung wird für die Planung und Durchführung weiterer Aktivitäten gelernt.

Stufengerechtigkeit

Wie gestalte ich Aktivitäten zur Förderung der Beziehung zum Spirituellen stufen- und altersgerecht? Was muss ich dabei beachten? Wir halten ein paar einfache Hinweise für dich bereit. 

Biberstufe

Aktivitäten sollten darauf ausgerichtet sein, Geschichten zu erzählen und zu erleben sowie sich in Figuren hineinzuversetzen, wie es die Kinder beim freien Spiel auch tun.

Wolfsstufe

Ideale Aktivitäten sollten auf die Selbsterfahrung ausgerichtet sein. Aktivitäten und Rituale, welche
den Tag strukturieren und somit Halt geben, werden die Wölfe gerne mitmachen.

Pfadistufe

Aktivitäten sollten darauf ausgerichtet sein, sich selbst auszuprobieren. Im Zentrum steht, dass man seine Gefühle wahrnimmt und für sich selbst erklären kann, was gerade passiert.

Piostufe

Aktivitäten sollten darauf ausgerichtet sein, Vieles auszuprobieren. Sei es eine Selbsterfahrung im Wald oder Inhalte aus den verschiedenen Religionen. Am besten erlebt man das praktisch.

Roverstufe

Aktivitäten sollten die Selbstreflexion
ins Zentrum rücken (Roverwache).

Hilfsmittel

Viele Hilfsmittel zur Förderung der Beziehung zum Spirituellen findest du hier:

Website VKP (Verband Katholischer Pfadi)

Onlineshop VKP (Verband Katholischer Pfadi)

Downloadbereich PBS